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Wenn Weihnachten erwachsen wird

16. November 2018 Wenn Weihnachten erwachsen wird

DIE WEIHNACHTSFESTE DER KINDHEIT WAREN MAGISCH: KEKSERLDUFT, DAS RASCHELN VON GESCHENKPAPIER UND DIE VORFREUDE AUF DAS CHRISTKIND SIND UNVERGESSLICHE ERINNERUNGEN. WERDEN KINDER ERWACHSEN, ÄNDERN SICH WEIHNACHTSTRADITIONEN. WIE BEWAHRT MAN DEN KINDLICHEN ZAUBER DER WEIHNACHT AUCH IM ERWACHSENENALTER? DIE BLOGGERINNEN SONJA VON „GINGER IN THE BASEMENT“ UND CARO VON „GUTE GÜTE“ ERZÄHLEN.

Caro: Wenn ich über Kindheitserinnerungen nachdenke, bin ich mir oft nicht sicher, ob die Szenen vor meinem geistigen Auge tatsächliche Erinnerungen sind oder ob ich sie nur von alten Familienfotos kenne. Eine meiner frühesten Erinnerungen stammt jedenfalls von einem meiner ersten Weihnachtsfeste. Ich glaube noch genau zu wissen, wie der Christbaum geschmückt war, welche Lieder gesungen wurden, kann mich an das Rosa der Kerzen am Adventkranz erinnern und daran, dass mein Wollpullover kratzte. Letzteres war aber egal, denn sobald die Kerzen am Christbaum brannten und das Weihnachtsglöckchen klingelte, war die Freude einfach größer als jeder kratzende Pullover. Solche Bilderbuch-Weihnachten, an denen es Schnee gab und man sich das neue Tom-Turbo-Buch vom Christkind wünschte, gab es in meiner Kindheit viele.

Sonja: Bei mir war es ganz ähnlich. Auch meine Eltern haben es geschafft, Weihnachten für mich als Kind magisch erscheinen zu lassen. Bei uns gab es an Weihnachten klassischerweise Fondue – und zwar vor der Bescherung! Die Kombination aus ungeduldigen Kindern und heißem Öl hatte zum Glück nie fatale Folgen. Mein Bruder und ich konnten es nämlich kaum erwarten, bis die Tür zum Wohnzimmer aufging und endlich der Christbaum leuchtete.

Caro: Als wir Kinder dann schließlich erwachsen wurden, mussten wir irgendwann einsehen, dass die alten Traditionen mit Vorlesegeschichten und Wunschzettel nicht mehr zu uns passten – so ergeht es wohl den meisten Familien. Mit Anfang zwanzig sind die Texte über die Engerl-Backstube nämlich immer noch nett und nostalgisch, aber sie im Familienkreis vorzulesen? Schwierig! So wird Weihnachten mit den Familienmitgliedern erwachsen. Anstatt Blockflötenstücke zu üben, kochen wir nun gemeinsam das Weihnachtsessen – es wird jedes Jahr von meiner Mutter und mir zusammengestellt. Auch der Christbaum wird gemeinsam und nicht mehr vom Christkind geschmückt. Unsere Sammlung an Schmuck, die über die Jahre hinweg gewachsen ist, bleibt aber wohl für immer dieselbe: Rot, Silber und viele Strohsterne – so sieht für mich der klassische Christbaum aus.

Sonja: Seit ich selbst ein Kind habe, hat Zeit eine ganz neue Bedeutung für mich. Tage und Wochen vergehen mit neuer Geschwindigkeit. Dass nun unser erstes Weihnachten als Familie bevorsteht, kann ich kaum glauben und erfüllt mich mit kindlicher Vorfreude. Das Besorgen und Einpacken der Geschenke machen viel mehr Freude und haben mehr Bedacht und Sinn. Fürs Keksebacken und Geschenkeauspacken ist mein Sohn zwar dieses Jahr noch zu klein, aber viele der Traditionen rund ums Weihnachtsfest mache ich einfach für mich: Spaziergänge in der Winterlandschaft etwa oder das Hören von Weihnachtsliedern aus den Fünfzigern. Wenn mich seine Augen dann anstrahlen, wenn ich ihm begeistert vorsinge, steigt auch für mich die Vorfreude auf das Fest.

Caro: Bei mir macht Vorbereiten auch die größte Vorfreude aus. Angefangen beim Basteln des Adventkranzes, den ich gerne schlicht und natürlich halte, bis zum Planen des Keksdoseninhalts – in meinem Haushalt sind pikante Kekse gefragter als süße. Außerdem nehme ich mir jedes Jahr wieder vor, Weihnachtskarten an weiter entfernt wohnende Freunde zu schreiben. Vielleicht schaffe ich es ja heuer! Was Geschenke angeht, bemühe ich mich, mir über das Jahr hinweg zu notieren, was sich meine Freunde und Familienmitglieder wünschen oder was ihnen gefällt. So gibt es an Weihnachten keine Verlegenheitsgeschenke. Eigentlich ist es einfach, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Wichtig ist mir nur, dass ich diese teilen kann. Seit ich einige Autobahnkilometer von meinen Eltern entfernt wohne, findet all das vermehrt im Freundeskreis statt. Oder unter Nachbarn – gell, Sonja? Sonja: Mit zwei Stunden Anfahrtszeit ist es fast zu lang, um im Advent auf einen Sprung bei meinen Eltern in der Steiermark vorbeizuschauen! Winterspaziergänge und Kekserlessen werden also oft mit Freunden in Salzburg zelebriert, zu denen der Weg nicht ganz so beschwerlich ist. Carolina und ich haben das ganz große Glück, im selben Haus zu wohnen. Für den alljährlichen Geschenkeaustausch am Vormittag des 24. Dezembers müssen wir also garantiert nicht durch den Schnee stapfen! 

​ZUM SCHENKEN

Wir verschenken zu Weihnachten besonders gerne Verbrauchbares: etwas, das nicht in Regalen verstaubt, sondern verwendet oder aufgebraucht wird, wie etwa eine gute Handcreme samt selbstgemachter Weihnachtskarte. (Gefunden bei abraham & Body Shop)

ZUM KOCHEN

Weihnachten beginnt in der Nase: Im Advent kochen wir besonders gerne Porridge mit orientalischen Gewürzen – etwa mit Zimt, Ingwer und Muskat. Die schmecken oft so intensiv, dass man etwas am Zucker sparen kann. (Gefunden bei American Heritage)

ZUM BASTELN

Adventkränze zu binden, ist etwas für Geübte! Wer es dennoch versuchen will, holt sich am besten einen wiederverwendbaren Rebenkranz aus dem Dekobedarf. Dieser kann ganz einfach mit frischen Tannenzweigen gespickt werden und wirkt dann wie ein vollwertiger Adventkranz. Und: Werden die Tannennadeln einmal trocken, sind sie schnell ausgetauscht und der Kranz wieder frisch. (Gefunden bei American Heritage & Zara Home)

MERRY CHRISTMAS!

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