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Affentor I - Jörg Immendorff, 2006, Bronze

19. April 2016

Kunsthalle Krems – Leihgabe der Sammlung MAP

Der 1945 in Bleckede (Niedersachsen) geborene Maler, Bildhauer, Grafiker und Aktionskünstler Jörg Immendorff war einer der international bekanntesten Künstler Deutschlands. Er verstarb 2007 aneiner seltenen und schweren Krankheit mit Lähmungen des motorischen Nervensystems, weshalb er zuletzt Assistenten beschäftigte, die gemäß seinen Anweisungen Werke fertigstellten. Bereits seit der Antike und dem Zeitalter der Renaissance steht der Affe aufgrund seiner angeborenen Fähigkeit zur Nachahmung als Symbol für die Widersprüchlichkeit der Künstlerexistenz im Bestreben die Natur nachzuahmen. Immendorff sah sich selbst als „Maleraffe“. Der Affe als zweites Ich seiner selbst ist albern und weise und steht für Gegensätze. In ihm sieht Immendorff ein Ringen zwischen Überzeugung und Selbstzweifel. Er versteht diese Allegorie des Primaten als Kritik an einem dogmatisch verstandenen Akademismus im Sinne einer sklavischen und inhaltslosen Wiedergabe von Natur, wie sie auch mit dem Begriff des „Nachäffens” zum Ausdruck kommt. Affen tauchen bei Jörg Immendorff sowohl in der Malerei als auch in einer Serie von Bronzeskulpturen auf. Auf der rechten Seite der Skulptur erkennt man einen Baumstumpf. Auf diesem balanciert ein Hut. Immendorff stellt damit eine Verbindung zu seinem sehr verehrten Lehrer Joseph Beuys her. Der Affe als Spiegel des Menschen regt zur Selbstkritik an. Über die Skulptur „Affentor“ werde man daher mit Sicherheit immer wieder und trefflich debattieren können.

Affentor I - Jörg Immendorff, 2006, Bronze
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